Klostern Malchow (c) M.Wünsch

Blankenhagen, evangelische Dorfkirche

Arp Schnitger/ Heinrich Rasche, 1687/1833

II/AP/12

 Orgel in Blankenhagen

Standort: Brüstungsorgel auf der Westempore

 

Beschreibung: Der zweistöckige Prospekt von Schnitger ähnelt im Aufbau den Prospekten in Harkstede und Godlinze. Er hat einen unteren dreiachsigen Teil mit ausschließlich flachen Pfeifenfeldern in der Anordnung eines großen Mittelfeldes und seitlich je zwei übereinander stehender kleiner Felder. Er ist bündig in die Emporenbrüstung gestellt und überragt sie um etwa ein Drittel. Der durch ein kräftiges Sims getrennte obere fünfachsige Teil besitzt die gleiche Anordnung und an den Seiten je ein schlankes spitzes Feld. Der Mittelturm ist rund und höher als die Seiten- und Zwischenfelder, die in gleicher Höhe schließen. Auf die Seitenfelder ist spitz auslaufendes Schnitzwerk gestellt. Die Prospektpfeifen wurden durch Schuke 2003 erneuert.

Der Spieltisch ist rechts, beidseitig sind die Registerzüge angelegt. Manubrien von Rasche mit eingelegten Porzellanschildern. Klaviaturen von Rasche. Die Spieltraktur des zweiten Manuals läuft über einen waagerechten Wellenrahmen zur Windlade von Schnitger, die  hinter dem oberen Prospektfeld liegt. Die Spieltraktur zum zweiten Manual läuft am Fußboden abgewinkelt nach hinten, wo im verbreiterten Gehäuse die Windlade von Rasche liegt.

Unter der Empore steht der Magazinbalg.

Die Windlade von Schnitger hatte den Umfang C.D.E bis c3. Rasche baute Cis und Dis hinzu und koppelte die leer gewordenen Tasten h2 und c3 an h1 und c2.

 

Baugeschichte: Erbaut 1686/87 für die Evangelisch-Reformierte Kirche in Altona mit zwei Manualen und angehängtem Pedal. 1730 Umsetzung in die neue reformierte Kirche an der Palmaille durch Johann Dietrich Busch (Itzehoe). 1830 Abbau der Orgel im Zuge eines Neubaus durch Heinrich Rasche. Dieser baut das Instrument 1833 mit veränderter Disposition in Blankenhagen auf. 1851 weitere Veränderungen. 1899 neue Balganlage, Viola di Gamba anstelle der Mixtur von Rasche durch Carl Börger. Von Schnitger nur noch fünf Register erhalten. Windlade des I. Manuals von Rasche, des II. Manuals von Schnitger.

2003 Restaurierung des gewachsenen Zustandes durch Orgelbau Schuke (Potsdam).

 

Hauptwerk (I) / C-c3, mechanische Schleifladen    
Bourdon 16’               (Rasche)      
Principal 8’     (Rasche)      
Gros Gedackt 8’          (Schnitger)      
Octave 4’      (Rasche)      
Flöte 4’            (Rasche)      
Octave 2’                     (18. Jh.)      
Mixtur 3f Diskant        (Schuke)      
Mixtur 3f Baß             (Schuke)      
           
Vorderwerk (II) / C-b2 (h2, c3 gekoppelt an h1, c2), mechanische Schleifladen
Liebl. Gedackt 8’       (Schnitger)      
Flauto dolce 8’  (Rasche)      
Prinzipal 4’                  (Börger/Schnitger)    
Spitzflöte 4’               (Schnitger)      
Blockflöte 4’               (Schnitger)      

 

Pedalklaviatur / C-d1, fest angehangen an I. Manual

 

Spielhilfen:

Koppel II/I

Calcantenglocke

Clavier Coppel (II-I)

Vacant