Klostern Malchow (c) M.Wünsch

Dreilützow, evangelische Dorfkirche

Unbekannter Erbauer (Matthias Dropa?), 1708

I/6

 

Standort: Westempore 

 
Beschreibung: Das barocke Gehäuse ist fünfteilig mit zwei äußeren mehreckigen Rundtürmen, zwei spitzen Zwischentürmen und einem doppelt-spitzen höheren Mittelturm. In ihm stehen die beiden mittleren Pfeifen auf gleicher Höhe. Auf allen fünf Türmen standen Engelsfiguren, von denen zwei nicht mehr vorhanden sind. Die Figur des Mittelturmes hält zwei Stifterwappen. Das Gehäuse ist aus Eiche und hat eine einheitliche Grau mit Gold abgesetzte Farbfassung. Ein sehr plastisches Schnitzwerk schmückt das gesamte Gehäuse mit Schleierbrettern: Verblendungen vor den Prospektstöcken, Ohren, zwei Konsolengel, Blumenleisten unter den Seitentürmen und Ornamentik auf dem Notenpult. Zu beiden Seiten des Notenpultes sind vertikal je drei Registerzüge mit gedrechselten Manubrien. Darüber die originalen Registerschilder aus beschriebenem Papier. Spieltisch zentral. Die Manualklaviatur und die Traktur bis zum Wellenbrett sind im Sinne der Entstehungszeit rekonstruiert worden. Über ein Winkelbrett mit Winkeln aus Kupferblech läuft die Traktur waagerecht zum Wellenbrett mit Holzwellen und Eisenärmchen, von dort direkt zum Ventilabzug der Windlade. Diese ist von der Rückseite her zugänglich, ist vollständig aus Eiche gebaut und hat C/Cis Teilung. Unter der Windlade liegt der neu gebaute Mehrfaltenkeilbalg. Er ist nicht mehr wie die Bälge vorher von einem seitlichen Kalkantentritt aus bedienbar, sondern nur mittels elektrischen Winderzeugers.

 

Baugeschichte: Das Baujahr ist durch die Eingravierung in einer Metallpfeife belegt. Der erste Standort war die Lambertikirche in Lüneburg. Deshalb wird vermutet, dass es sich bei dem Orgelbauer um den Schnitgergesellen Matthias Dropa handelt, der ab 1705 in Lüneburg lebte. 1801 kam die Orgel nach Camin in Mecklenburg. 1833 baute Friedrich Friese (I) ein angehängtes Pedal dazu. 1853 gelangte das Werk nach Dreilützow. 1953 unternahm Firma Schuke (Potsdam) eine Instandsetzung, wobei die fehlenden Register Mixtur und Tromet nicht ersetzt wurden. 2004 erfolgte eine vollständige Restaurierung und Rückführung auf den vermuteten Erstzustand durch Firma Jehmlich (Dresden) unter Leitung des Restaurators Andreas Hahn. Neu gebaut wurden ein Mehrfaltenkeilbalg, Teile der Traktur, alle Prospektpfeifen und die Mixtur. Nach einem Vorbild aus Ugale in Lettland (Zinke 8’ 1701) wurde die Tromet 8’ rekonstruiert.

 

Manual / C-c3, mechanische Schleiflade,

Gedact 8’

Principal 4’

Gedact 4’

Principal 2’ (2004)

Mixtur 3fach (2004)

Tromet 8’ (2004)

 

Winddruck: 65 mm WS

Stimmtonhöhe ca. 450 Hz

Stimmungsart: Werckmeister III (seit 2004)