Klostern Malchow (c) M.Wünsch

Dreveskirchen, evangelische Dorfkirche

Paul Schmidt, 1755

I/P/15

 


 

 

Standort: zweite Westempore

 

Beschreibung:  Der barocke Prospekt besteht aus einem hohen halbrunden Mittelturm, zwei niedrigeren Zwischenfeldern und zwei tiefer gesetzten Außenfeldern. Diese sind mit versilberten Pfeifenattrappen aus Holz besetzt. Über dem Mittelturm ist ein großer Strahlenkranz angebracht, in dessen innerem Wolkenfeld der Zimbelstern steht. Dieser Turm steht auf einer vergoldeten Blattkonsole. Alle Pfeifenfelder sind mit Schleierbrettern spätbarocker Formsprache ausgestattet. Auf den Außentürmen steht je ein Giebelschild mit der Inschrift ANNO: 1754:. Das Gehäuse ist marmoriert auf zwei Grundfarben dunkelblau-grau (Rahmen) und rot (Füllungen und Gesimse).

Spieltisch zentral, Manubrien an beiden Seiten in zwei vertikalen Reihen.

Eine einfache Wellenbrettmechanik führt zu den beiden Manualwindladen in ca. zwei Meter Höhe und den Pedalwindladen darunter. Der Zugang zur Orgel über Gehäusefüllungen an der Rückwand.

Ein Magazinbalg jüngeren Datums steht in einem Gehäuse hinter der Orgel.

Die Stimmtonhöhe liegt ½ Ton über a=440 Hz (a1 465 Hz bei 15o C), die Stimmungsart ist ungleich schwebend (Bach-Kellner), der Winddruck beträgt 64 mm WS.

 

Baugeschichte: Die größten Veränderungen geschahen 1840 durch Friedrich Wilhelm Winzer, der als Geselle Johann Friedrich Schulzes Kontakt nach Mecklenburg bekommen hatte und in Dreveskirchen – während des Orgelneubaus in der Marienkirche Wismar - seinen ersten mecklenburgischen Auftrag annahm. Er disponierte die Orgel um, änderte die Spiel- und Registertrakturen, baute neue Manualklaviaturen, Tonventile und Manubrien und änderte Windladenlager und  Windkästen. Der Doppelfaltenmagazinbalg wurde 1914 von Carl Börger anstelle der Keilbälge eingebaut.

Das Gehäuse erhielt im 19. Jahrhundert einen braunen holzfarbenen Anstrich und wahrscheinlich 1929 einen Anstrich in Graublau und Rot. Die originale Fassung wurde 1999 freigelegt. Die Prospektpfeifen wurden nach Befund versilbert.

1999/2000 erfolgte die Restaurierung mit Rekonstruktion des Zustandes von 1755 durch Kristian Wegscheider (Dresden). Im Pfeifenwerk waren die vier Zungenregister völlig verloren. In den anderen Registern mussten Pfeifen in verschiedener Anzahl ergänzt werden. Die Glocken des Zimbelsternes wurden neu gebaut. Manualklaviatur und Manubrien wurden analog anderer Originale rekonstruiert.

Die ausgebauten Teile Friedrich W. Winzers befinden sich im Orgelmuseum Malchow.

 

Manual / C.D-c3, mechanische Schleiflade

Principal 8’

Gedact 8’

Octave 4’

Flöhte 4’

Octave 2’

Waldflöhte 2’

Mixtur 3fach

Trompete 8’

Vox humana 8’

 

Pedal / C.Cis-c1.d1, mechanische Schleiflade

Subbass 16’

Octave 8’

Octave 4’

Octave 2’

Posaune 16’

Trompete 8’

 

Tremulant

Cimbelstern