Klostern Malchow (c) M.Wünsch

Duckow, evangelische Dorfkirche

Matthias Friese, 18. Jahrhundert

I/P/7

 

Standort: Westempore

 

Beschreibung: Barockes fünfachsiges Gehäuse mit rundem Mittelturm, auf dem eine Trompeteblasende Engelsfigur steht. Zwei spitze Außentürme sind deutlich niedriger als der Mittelturm und zu diesem über eine schmale flache Achse mit zwei übereinanderstehenden Pfeifenfeldern verbunden. Das ornamentale Schnitzwerk weist in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die Gliederung des Gehäuses selbst wirkt älter.

Spieltisch zentral, zu beiden Seiten je vier vertikal angeordnete Manubrien, gedrechselt mit eingelegten Porzellanschildern. Einarmige Manualklaviatur (19. Jh.), Traktur über Wellenbrett direkt zum Windkasten, der von hinten zugänglich ist. Windkastenverschlüsse angekippt, Tonventile aus Eiche. Registermechanik über stehende Wellen aus Eiche. Pedalktraktur strahlenförmig zur hinter der Orgel stehenden Windlade. Dahinter die Balganlage. Ursprüngliche Rückwandfüllungen seit der Pedalerweiterung nicht mehr vorhanden oder umgenutzt.

 

Baugeschichte : Über die Erbauung gibt es keine Akten, der Orgelbauer wurde bisher gemutmaßt. Ein Bericht von 1841 erwähnt, dass im Jahr 1777 Matthias Friese (Kummerow) die Orgel "wie es scheint, nicht mehr ganz neu" aufgestellt hatte. Nach 1841 Bau einer Orgelempore auf der Westseite. Die bisherige Empore wurde Patronatsstuhl. 1845 Reparatur durch Johann Schmidt (Malchin), dabei neue Prospektpfeifen. 1846 Abnahme durch J. F. Wangemann (Demmin) mit Wiedergabe der Disposition. 1875/76 Umdisponierung und Erweiterung um ein Pedal mit Subbaß 16’ durch I. Gryszkiewitz (Posen).

 

Matthias Friese (Kummerow) kann Erbauer dieser Orgel sein. Dafür sprechen Ähnlichkeiten zur Zetteminer Orgel in allen Bereichen: Profilablauf des Gehäuses, Ornamentdetails (Flechtwerk in den Ohren) und Bauweise der Orgelteile.

 

Disposition 1846 :

Manual / C.D-c3, mechanische Schleiflade

Principal 8’ (Discant ab go)

Trompete 8’ (Baß, C-fiso)

Gedact 8’

Principal 4’

Flöte 4’

Quinte 2 2/3’ (1875 wird 1 1/3’ notiert)

Octave 2’

Super-Octave 1’

 

 

Disposition 1876 :

Manual / C.D-c3, mechanische Schleiflade

Principal 8’

Salicional 8’

Gedackt 8’

Octave 4’

Flöte 4’

Octave 2’

 

Pedal / C-c1, mechanische Kegellade

Subbaß 16’