Klostern Malchow (c) M.Wünsch

Zarnekow-Levin, evangelische Dorfkirche

Heinrich Rasche,1839

I/8

 

Orgel in Levin

Standort: Westempore

 

Beschreibung: Der neugotisch-klassizistische Prospekt besitzt drei Pfeifenfelder mit Spitzbogenabschluss. Das mittlere Feld ist höher. Die Felder werden jeweils seitlich durch Halbsäulen begrenzt und schließen oben gerade ab. Filigranes Ornament füllt den Raum oberhalb der Pfeifen zum Spitzbogen und in den seitlichen äußeren Ecken der Spitzen. Der Spieltisch befindet sich an der rechten Seite. Zu beiden Seiten senkrecht die Registerzüge mit schwarzen Manubrien, daneben länglich-ovale metallene Registerschilder mit goldener Schrift auf schwarzem Grund. Die mit neuen Belegen versehene Klaviatur hat weiße Untertasten.

Unter den beiden Manualwindladen (C/Cis-Seite) der horizontale Wellenrahmen. Darunter ein Magazinbalg. Die großen Pfeifen des Bordun stehen an der Gehäuserückwand.

Die Windladen sind aus Eiche gefertigt. Die eichenen Stöcke sind mit starken Eisenschrauben befestigt.

 

Baugeschichte: Eine erste Veränderung unternahm Friedrich Hermann Lütkemüller 1885 mit dem Einbau von Quintatön 8’ und Bordun 16’. 1915 kam es zu weiteren Veränderungen; der Magazinbalg stammt wahrscheinlich aus dieser Zeit. Zu unbekanntem Zeitpunkt erhielt die Orgel ein angehangenes Pedal, wobei die Manualklaviatur konsolartig vorgezogen wurde. Die Erweiterung des Gehäuses nach hinten gehört ebenfalls in diese Zeit. Nach 1945 war die Orgel stark beschädigt und nach einer Spielbarmachung durch Barnim Grüneberg unternahm Firma Eule aus Bautzen eine gründliche Instandsetzung ohne strenge Beachtung der ursprünglichen Klangkonzeption. Bei Rasche gab es keinen Bordun 16‘, dafür jedoch eine Quinte 2 2/3‘.

2004 erfolgte eine Instandsetzung mit Annäherung an das Original durch den Mitteldeutschen Orgelbau Voigt (Bad Liebenwerda). Der Spieltisch wurde nach dem Vorbild der Rasche-Orgel in Ribnitz rekonstruiert, mit neuer Traktur bis zu den horizontalen Abstrakten. Das Pedal wurde entfernt. Neue Prospektpfeifen wurden eingesetzt. Der Pfeifenbestand setzt sich aus fünf Epochen zusammen: Rasche 1839, Lütkemüller 1885, Börger 1915, Eule 1957, Voigt (Bad Liebenwerda) 2004. Belassen wurden Gehäuseerweiterung und Magazinbalg.

 

 

Manual / C-f3, mechanische Schleifladen

 

Bordun 16’      Holz, C-f1 Lütkemüller, ab fis1 Voigt

Principal 8’      Holz C-H Voigt, ab co Metall Voigt

Gedackt 8’      Holz, Rasche

Octave 4’        Voigt

Gemshorn 4’   C-H Rasche, Fortsetzung Börger, Eule

Octave 2’        Rasche

Blockflöte 2’   Eule

Mixtur 3fach   (1 1/3’, 2/3’, ½’) Eule