Klostern Malchow (c) M.Wünsch

Moisall, evangelische Dorfkirche

Carl Börger, 1912
I/AP/5

Orgel in Moisall

Standort: Westempore

Beschreibung: Das Gehäuse besitzt frühklassizistische Elemente, ist jedoch in seiner Form den barocken Orgeln des 18. Jahrhunderts verwandt. Über einem schmaleren Orgelstuhl kragt der obere Teil zu beiden Seiten heraus. Der Prospekt besteht aus fünf Achsen mit je zwei runden Außen- und einem runden höheren Mittelfeld sowie zwei flachen Zwischenflächen, die aus je zwei übereinander gestellten Pfeifenfeldern bestehen. Vasen bekrönen die drei Türme. An jeder Seite sind Ohren in einfacher Sägearbeit mit Trompeteblasendem Engel angebracht, der jeweils ein „F“ in den Händen hält. Die Vorderfront des Orgelstuhles ist seit dem letzten Umbau glatt geschlossen. Der pneumatische Spieltisch mit horizontal angeordneten Kippmanubrien befindet sich an der rechten Seite. Ton- und Registertraktur arbeiten über Keilbälgchen mit Holzplatten. Im Orgelinneren steht ein Magazinbalg mit Schöpfer unter der Windlade.
In der Prospektfront sind neben dem geschlossenen ursprünglichen Spielschrank beidseitig je sechs vertikal angelegte Durchgänge für Registerstangen zu erkennen.
Anstelle der 1917 ausgebauten Prospektpfeifen stehen im Mittelturm gebrauchte Pfeifen aus Bernitt, die übrigen Felder sind mit silberfarbenen Holzlatten geschlossen.
Baugeschichte: Das Orgelgehäuse geht auf einen Neubau von Friedrich Friese (I) aus dem Jahr 1802 zurück. Nach Reparaturen durch Friedrich Friese (III) 1875 und Umbau durch Carl Börger 1895 entstand im Jahr 1912 der pneumatische Neubau. Das Pfeifenwerk ist nicht einheitlich und stammt teils von Friese I, von Lütkemüller und vielleicht vom ersten Börger-Umbau 1895.
Neben dem Spieltisch steht die Orgelbank der Friese (I)-Orgel von 1802.

Manual / C-f3,             pneumatische Kegellade
Principal 8’                  C-H Holz gedeckt, ab c0 Metall (Börger); ab c’ Pfeifen eines Registers 
                                    von Fr. H. Lütkemüller (typische Tonbeschriftung)
Hohlflöte 8’                C-e2 Holz gedeckt, f2-f3 Metall gedeckt (Friese (I))
Viola di Gamba 8’      C-H Holz gedeckt, ab c0 Metall (Börger)
Gemshorn 8’               C-H Holz gedeckt (Börger), ab c0 Metall (Friese (I))
Oktave 4’                   (Börger)

Pedal / C-d1

Pedalkoppel
Forte

Zur Herkunft der Lütkemüller-Pfeifen
Börgers bekannte Arbeiten an Lütkemüller-Orgeln bis 1912:
1911 Groß Methling: Einbau Aeoline anstelle Octave 2‘
1912 Umdisponierung Stavenhagen (2009 fehlte Octave 2‘)