Klostern Malchow (c) M.Wünsch

Wesenberg, evangelische Stadtkirche

Johann Michael Röder, 1717

I/P/19

 

Standort: Westempore

 

Baugeschichte: Michael Röder aus Berlin erbaut 1717 für die Dorotheenstädtische Kirche in Berlin (Simultankirche für die evangelische und französisch-reformierte Gemeinde) eine neue Orgel.

Nach 1800 verkommt die Orgel immer mehr. 1832 hat sie nur noch 9 klingende Stimmen. Karl Friedrich Zelter stellt 1831 fest, „... dass das Orgelwerk durch 20jährige Nachlässigkeit des Organisten dem gänzlichen Ruin ganz nahe gekommen.“ 1832 ist die Orgel unspielbar. Der Apotheker Erdmann aus Wesenberg, der sich in Berlin aufhielt, erfährt 1832 aus dem „Berliner Intelligenzblatt“ vom Angebot dieser Orgel. Er vermittelt den Kauf nach Wesenberg, wo seit langem keine Orgel existierte. Carl August Buchholz aus Berlin, der in der Dorotheenstädtischen Kirche eine Orgel aufstellte, setzt das Rödersche Werk mit veränderter Disposition nach Wesenberg um. Die Prospektpfeifen werden durch ihn neu gebaut.  Weitere Änderungen erfolgen 1844 durch Buchholz und 1890 durch Friedrich Hermann Lütkemüller (Wittstock). 1907 erweitert Barnim Grüneberg aus Stettin die Orgel um ein zweites Manual mit pneumatischer Traktur. Die Orgel hat jetzt 15 Register.

1995 beginnt die Rekonstruktion auf den Erstzustand 1717 durch die Dresdner Restaurierungswerkstatt Wegscheider, die im Jahr 2000 beendet wird. Die nicht belegte Disposition kann nur anhand der originalen Windladen und im Vergleich mit anderen Röder-Orgeln vermutet werden.

Von den drei Keilbälgen Röders wurden zwei restauriert und an das elektrische Gebläse angeschlossen.

Der Anstrich des 19. Jahrhunderts ist vom Orgelgehäuse entfernt worden, die originale Fassung kam sehr gut erhalten zum Vorschein.

 

Manual / C.D.E-c3, mechanische Schleiflade

Principal 8’                 (B)

Gedackt 8’                  (R, W)

Octave 4’                    (B, R, W)

Rohrflöte 4’                (aus der Rohrflöte 8’ von Buchholz, ergänzt Wegscheider)

Quinte 3’                     (B, R, W)

Superoctave 2’            (B, R, W)

Superquinte 1 ½’        (W)

Sedecima 1’                (W)

Sesquialtera 2fach ab c1 (W)

Mixtur 3fach               (W)

Cimbel 2fach              (W)

Trompete 8’ ab c1      (W)

 

Pedal / C.D-d1, mechanische Schleiflade

Subbaß 16’                  (W)

Principalbaß 8’            (W)

Octavenbaß 4’            (W)

Mixtur 4fach               (W)

Terzian 2fach              (W)

Posaune 16’                (W)

Trompete 8’                (W)

 

B = Buchholz

R = Röder

W = Wegscheider